• Meisser
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Verhältnismässig leben ist sinnvoll

Auf dem Industrieareal in Baar steht ein rotes Mobility-Auto, vor dem Eingang des Architekturbüros aardeplan reiht sich Velo an Velo, die Fortbewegungsmittel der 17 Mitarbeitenden. Umweltbewusstsein wird gelebt im Architekturbüro, in dem Tanja Meisser, 28, als Projektleiterin von Umbauten an einer energieeffizienten Zukunft mitwirkt. Dass aardeplan als Pionier in Sachen umweltgerechtem Bauen 2012 mit dem Schweizer Umweltschutzpreis ausgezeichnet wurde, freut die junge Architektin. Denn Nachhaltigkeit und Energiebewusstsein sind Werte, die Tanja Meisser nicht nur in der Architektur umsetzt, sondern auch in ihrem Alltag, etwa bei den Verkehrsmitteln, die sie nutzt. 

Je nach Wetter: Velo, Zug oder Auto

Obwohl das Generalabonnement im Büro Lohnbestandteil ist, radelt sie lieber den 3,5 Kilometer langen Arbeitsweg von Zug nach Baar. „Velofahren ist befreiend“, sagt sie und lacht, „abends beim Heimradeln kann ich den Kopf wunderbar auslüften.“ Doch im Winter, wenn es schneit, dass man die Hände nicht mehr sieht vor den Augen, steigt sie ganz gerne auch in die S-Bahn. Während des Architekturstudiums in Luzern habe sie praktisch im Zug gewohnt, scherzt sie. Während des Pendelns zwischen Cham und Luzern fürs Studium arbeiten zu können, war wunderbar. Ganz aufs Auto verzichtet sie trotzdem nicht. Wenn es mal stürmt und hudelt, lässt sie sich auch mal von ihrem Partner ins Büro fahren. Ihr Arbeitsplatz liegt auf seiner Strecke. „Aber das Auto hat für mich keinen hohen Stellenwert“, sagt sie. Selber eines anzuschaffen ist keine Option. Für die Baustellenbesuche, wo sie die Bauleitung macht, ist das Mobility-Auto ganz praktisch.

Ressourcenbewusst im Alltag

Auch privat lebt sie ressourcenbewusst. „Ich bin kein Freak. Aber ich finde es sinnvoll, verhältnismässig zu leben.“ Das heisst für sie, mit so viel Infrastruktur und Energie auszukommen, wie nötig, ohne dabei wie eine Asketin auf Komfort zu verzichten. Das heisst, die Geschirrspülmaschine ganz zu füllen und erst dann laufen zu lassen. Das heisst, die Zimmer mit Stromsparbirnen zu beleuchten. Das heisst, auf den Tumbler zu verzichten und die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Das heisst, wenig Fleisch und lieber lokale Produkte zu konsumieren, als solche, die weit her gekarrt wurden aus andern Kontinenten. Das heisst, den Müll getrennt zu sammeln und sauber zu entsorgen. Das heisst, auf dem eigenen Balkon Tomaten, Paprika, Zucchini und Kräuter für den Eigenbedarf zu pflanzen. Und das heisst auch, Sport gleich vor der Haustür zu betreiben, statt dafür erst Kilometer weit zu reisen: inlinend, radfahrend, schwimmend und wandernd.

Energieeffizienz bei der Arbeit

Als Architektin sind ihr Wohnkomfort und  Energieeffizienz wichtige Leitprinzipien bei den Umbauten, die sie leitet. Bauherren hätten heute glücklicherweise meist ein offenes Ohr für umweltgerechtes Bauen, sensibilisiert durch Medienberichte zum Klima. Eine gut gedämmte Gebäudehülle und ein nachhaltige Heizwärmegewinnung sind Tanja Meissers  Rahmenbedingungen. „Die Ölheizung ist das erste, das bei meinen Umbauten raus fliegt“, sagt sie. Denn soviel ist für die junge Architektin klar: „Wir müssen weg vom Öl!“

  • Energiesparen beginnt beim Bauen

    Das Architekturbüro aardeplan in Baar verbindet seit der Gründung 1999 hochstehende Architektur mit nachhaltigem Bauen. Das Minergie-Label ist ein mögliches Ziel, eine gedämmte und dichte Gebäudehülle mit einer Wärmepumpe und einer Komfortlüftung kombiniert, oftmals der Ansatz. Dabei stehen stets die Bedürfnisse der Bauherrin, des Bauherrn im Zentrum. Nicht nur die Umwelt soll auf ihre Kosten kommen, sondern auch der Mensch, der sich im Gebäude wohl fühlen soll. 

    www.minergie.ch; www.eco-bau.ch

  • Eiche und andere natürliche Baustoffe

    Umweltbewusstes Bauen endet nicht bei der optimalen Dämmung der Gebäudehülle und dem ökologischen Heizsystem, sondern setzt auch bei der Materialwahl auf Nachhaltigkeit, indem natürlichen Baustoffe verwendet werden. Tanja Meisser liebt die massive Eiche als Baustoff. Sei es als Bodenbelag, Treppenstufen oder für Möbeleinbauten wie Regale oder Schränke. „Eiche hat viel Charme und ist ein sehr langlebiger und belastungsfähiger Baustoff“, sagt sie.

    www.holzbau-schweiz.ch

  • Abfall konsequent trennen

    Wer Abfallstoffe sauber recycliert, leistet einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Ressourcen. Tanja Meisser trennt konsequent: PET, Papier, Karton, Aluminium, Batterien, Elektronikschrot und Plastik sammeln sie und ihr Partner separat. Vollbepackt marschiert das junge Paar jedes zweite Wochenende mit den Taschen und Bündeln zur nahegelegenen Sammelstelle, um ihre Abfälle dort fachgerecht zu entsorgen. Dank des Wiederaufbereitens werden aus Abfallstoffen wieder wertvolle Wertstoffe.

    www.swissrecycling.ch

  • Gemüse und Obst vom Bauernhof

    Wenn Tanja Meisser an einem Bauernhofladen vorbei radelt, hält sie und deckt sich mit frischen Lebensmitteln ein. In der Nähe angebaute Produkte sind frischer und schmecken besser, findet Tanja Meisser. Unnötige Transporte und Bewässerung beim Anbau in trockenen Gegenden der Erde fallen weg. Und vielleicht entdeckt man dabei auch die Vielfalt im Wechsel der Jahreszeiten ganz neu. Saisonkalender informieren darüber, was gerade reif ist.

    WWF - Ratgeber Früchte & Gemüse

© Fotos: Daniela Schwegler, Tanja Meisser

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